Personzentrierte Beratung

Personzentrierte Beratung ist ein Konzept der Psychologie für die beratende und pädagogische Arbeit mit Ratsuchenden und Lernenden. Es wurde Anfang der vierziger Jahre vom amerikanischen Psychologen Carl Rogers entwickelt. Seine Beobachtungen über den Zusammenhang von Personzentrierter Haltung und konstruktiver Persönlichkeitsentwicklung konnten in einer Fülle von wissenschaftlichen Untersuchungen überprüft und in wesentlichen Punkten bestätigt werden.


Das Konzept beruht auf zwei Säulen:


  • der Grundannahme, dass der Mensch alle seine körperlichen, seelischen und geistigen Möglichkeiten zu entfalten sucht
  • der Personzentrierten Haltung von Berater respektive Beraterin und Psychotherapeut respektive Psychotherapeutin, die ratsuchenden Menschen hilft, Blockierungen in ihrem Entwicklungsstreben aufzulösen und persönliche sowie soziale Kompetenzen zu verbessern.


Die Personzentrierte Haltung dient einer förderlichen Beziehung, die durch Offenheit, einfühlendes Verstehen und Wertschätzung der Person des Ratsuchenden zum Ausdruck kommt. Bei Klientinnen und Klienten wird damit ein Prozess initiiert, der neue Wahrnehmungen auf eine Problemsituation eröffnet, konstruktive Verhaltensweisen im Umgang mit schwierigen Situationen fördert, der zu Selbstverantwortung, mehr Lern- und Lebensfreude und zum Abbau von Entwicklungshemmnissen führt.

In der Schweiz hat der Personzentrierte Ansatz Eingang gefunden in alle Bereiche, in denen die Beziehungsgestaltung zwischen Menschen eine wichtige Rolle spielt: in Psychotherapie, Psychologie, Sozialarbeit, Beratung, Pädagogik, Medizin, Alternativ- und Komplementärtherapie, Krankenpflege, Seelsorge, Personalwesen, Gruppenleitung, etc.



Weiterbildung in Personzentrierter Beratung mit Möglichkeit zur HFP

Seit Anfang 1980 bietet die pcaSuisse im Rahmen eines breiten Kursangebotes die Weiterbildung in Personzentrierter Beratung an.


Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die in ihrem Beruf beraterische Funktionen wahrnehmen, z.B. als Sozialarbeiter*in, Psycholog*in, Komplementärtherapeut*in, Personalberater*in, Berufsberater*in, Seelsorger*in, Lehrer*in, Mediziner*in, Pfleger*in, Anwält*in etc., die bereit sind, sich auf einen längeren Lernprozess einzulassen.


Ein gemeinsames Beratungsverständnis innerhalb der Schweizerischen Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung dient dem Ziel der fachlichen Fundierung und Qualitätssicherung von Beratung.


Aufbau und Kosten für die Module der Weiterbildung in Personzentrierter Beratung (gültig ab 17. September 2016)


Höhere Fachprüfung
Bei der Ausbildung zum Personzentrierten Berater / zur Personzentrierten Beraterin handelt es sich um eine Vorbereitung für die Höhere Fachprüfung mit dem Abschluss «Beraterin bzw. Berater im psychosozialen Bereich mit eidgenössischem Diplom».
Die Schweizerische Gesellschaft für Beratung (SGfB) führt die Höhere Fachprüfung zur «Beraterin bzw. Berater im psychosozialen Bereich mit eidgenössischem Diplom» durch. Alle Informationen zur Fachprüfung finden Sie unter: SGfB


Bundesbeiträge für Kurse, die auf eidgenössische Prüfungen vorbereiten
Neu beteiligt sich der Bund an den angefallenen Ausbildungsgebühren. Die Beteiligung des Bundes an der Ausbildung liegt bei einem Höchstbetrag von insgesamt CHF 10’500. Der Anspruch besteht unabhängig vom Prüfungserfolg. Über die Voraussetzungen und den Antragsprozess informiert die Website des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI